1-oder 2-Prozent-Regel im Trading

Was sind die Vorteile der 1- bis 2 Prozent-Regel?

Die 1- bis 2-Prozent-Regel ist bei Tradern sehr beliebt und wird auch dementsprechend in der Börsenliteratur und von Coaches gelehrt. Und das nicht umsonst! Denn die 1-2% Regel hat viele Vorteile und ist vor Allem für Anfänger empfehlenswert.

Das Ziel eines solches Systems ist es das Risiko - und somit die Positionsgröße - bei ansteigendem Depot zu erhöhen und bei auftretenden Verlusten zu minimieren. In der Theorie kann man mit prozentualen Positionsgrößen-Berechnungen niemals einen Komplettverlust erleiden. ( 1% von 100€ sind eben immer noch 1€ ) Natürlich ist das im Trading nicht möglich, da wir eine bestimmte Margin beim Broker hinterlegen müssen.

 

Exponentielles Wachstum

Beispiel:

Aus einer Strategie-Entwicklung hat sich ein CRV ( Chance/Risiko-Verhältnis) von 1,0 ergeben.

Wir setzen uns ein Risiko von 2% pro Trade. Damit ist auch unsere Chance 2% pro Trade.

Wir haben ein Startkapital von 1000€.

Wir nehmen an, dass wir 200 Trades in Folge gewinnen:

1- bis 2-Prozent-Regel im Trading - Exponentielles Wachstum

Wir haben also aus unseren anfänglichen 1000€ nach 200 erfolgreichen Trades eine Summe von 51.456€ generieren können.

 

Dies soll nur veranschaulichen, wie der Zinses-Zins-Effekt bei exponentiellem Wachstum wirkt.

Eine Gewinn-Serie von 200 Trades ist sehr unwahrscheinlich.

Vergleich mit der Dax-Strategie:

Gewinnwahrscheinlichkeit für den nächsten Trade: 84%

Längste Serie, an der die Theorie der Strategie funktioniert hat: 16 Mal

 

Kleine Verlustphasen fallen nicht so schwer ins Gewicht

Verlustphasen sind für einen erfahrenen Trader nichts ungewöhnliches. Jede Trading Strategie hat irgendwann eine Verlustphase. ( sog. Drawdowns )

Die Kunst ist es jetzt diese Verlustphasen einigermaßen schmerzlos zu überstehen.

Es ist also zum Beispiel wichtig, dass wir uns auch dementsprechend schnell wieder von diesem Drawdown erholen können.

 

Die folgende Tabelle zeigt, welche Performance nötig wäre, wenn wir einen bestimmten Drawdown zu verzeichnen hätten:

Drawdown in % Benötigte Performance zur Erholung in %

-10

11
-20 25
-30 43
-40 67
-50 100

Bei einem Drawdown von 10% ist eine leicht erhöhte Performance von 11% nötig, um den Drawdown wieder wett zu machen. Bei einem Drawdown von 20% ist schon eine Performance von 25% nötig und bei 50% Drawdown sogar 100%.

 

Nehmen wir an, dass uns 10 Verlusttrades in Folge bevorstehen, dann wäre eine Risikoeinsatz von 1% natürlich besser als bei 2%.

 

Deshalb muss man sich die wichtige Frage stellen: Wie wahrscheinlich sind Drawdowns bei einer Strategie und wie wahrscheinlich ist es, dass diese stark oder schwach ausfallen? ( Also z.B. 3 oder 10 Verlusttrades in Folge )

 

Erfahrungswerte gibt uns hier die Statistik einer Trading Strategie.

Aus der Statistik kann man schnell erkennen, welche Verlustserien in der Vergangenheit zustande kamen und wie groß diese ausfielen.

Bei der Dax-Strategie war die größte Verlustserie bei drei Tagen nacheinander. Dies kam nur einmal vor.

Natürlich ist das keine 100% sichere Aussage für die Zukunft. Aber wir können zumindest annäherungsweise wissen, wie wahrscheinlich eine Verlustserie sein könnte.

Aus dieser Statistik ersichtlich könnte man den Risikoanteil von 2% bevorzugen.

 

Bei Trendfolge-Strategien ist eventuell der 1% - Risikoanteil sinnvoller. Da hier häufig ein hohes CRV als Grundvoraussetzung gilt, ist die Trefferwahrscheinlichkeit geringer und somit Verlustserien wahrscheinlicher.

 

Mentale Stärke & Schwankungen

Ein weiterer Vorteil der 1-2% Regel ist die Tatsache, dass man mental gelassener bleibt.

Mentale Schwäche, Anspannung und Verlustängste haben häufig weitreichendere Folgen als eine ohnehin schon in einem Drawdown laufende Trading Strategie.

 

Bei einem Verlust von 1% stehen die meisten Trader noch nicht direkt mit dem Markt "auf Kriegsfuß".

Rationale und kluge Entscheidungen sind somit in der Folge wahrscheinlicher.

 

Des Weiteren fallen die Schwankungen in der Vermögenskurve niedriger aus als bei anderen Money Management Systemen wie zum Beispiel der Kelly-Formel.

Je höher der prozentuale Risikoeinsatz ( also 1%, 2%, 5%... ), desto höher ist die Schwankungsbreite in der Vermögenskurve.

Je höher die Schwankungsbreite in der Vermögenskurve, desto intensiver werden unsere mentalen Eigenschaften beeinflusst.

 

Was sind die Nachteile der 1-2% Regel?

 

Trotz der großen Vorteile der 1-2% Regel, können wir nicht außer Acht lassen, dass es in diesem Zusammenhang natürlich auch Nachteile gibt. Je nach Ziel, welches sich ein Trader setzt und je nachdem wie risikofreudig ein Trader ist, kann es sein, dass diese Nachteile dazu führen, ein anderes Money-Management-System der 1-bis 2-Prozent-Regel zu bevorzugen.

 

Große Gewinne kommen erst hinten raus

Die Vorteile des exponentiellen Wachstums liegen auf der Hand. Große Gewinne sind rechnerisch möglich und machen Money Management Systeme erst so attraktiv für viele Trader.

Aber ist dies wirklich solch ein großer Vorteil oder sieht es nur auf dem Papier so gut aus?

 

Bei exponentiellem Wachstum kommen die richtig großen Gewinne nämlich erst hinten raus.

Wenn wir beim obigen Beispiel bleiben, bei dem wir 200 Trades in Folge gewinnen, mit 1000€ Kapital starten und ein Risiko von 2% und eine Chance von 2% pro Trade haben,

dann stellt man folgendes fest:

  • Die ersten 150 Trades (=3/4) bringen 37% der Gewinne.
  • die letzten 50 Trades (=1/4) bringen 63% der Gewinne.

Genau das macht das exponentielle Wachstum natürlich aus.

Nun ist das aber nur ein vereinfachtes Beispiel.

 

In der Realität kann vieles passieren, bis wir in die Phase kommen, bei der das letzte Viertel die großen Gewinne mit sich bringt.

 

Bei einer Trading Strategie wechseln die Phasen von Gewinn und Verlust ständig.

Dementsprechend lange dauert es auch, bis der große Zines-Zins-Effekt bei exponentiellem Wachstum einsetzt. Zudem können in dieser Zeit viele Fehler passieren, die Trading Strategie unprofitabel werden oder die Märkte sich grundlegend verändern.

Größere Verlustphasen fressen Gewinne wieder auf

Große Verlustphasen sind nicht so unwahrscheinlich wie manche vielleicht denken.

Man kann dies gut mit Münzwürfen testen. Die Wahrscheinlichkeit f

Wie schon besprochen, wirkt das exponentielle Wachstum bei Gewinnphasen

1 bis 2 Prozent Regel Verlustphasen fressen Gewinne

Marktvorteil wird nicht perfekt ausgenutzt

Verlustphasen fressen Gewinne

Vorteil wird nicht perfekt ausgenutzt

großen Gewinne komen erst hinten raus